Mittwoch, 5. April 2017

Gewonnenes macht doppelt Spaß

Hallo zusammen!

(Fotos werden nachgereicht)


Wie ich bereits angekündigt hatte, verarbeite ich gerade einen Teil der Wolle, die ich bei Rinis Gewinnspiel gewonnen hatte.
Es handelt sich um ein blau-grau-schwarz-lila-melliertes Handstrickgarn der Nadelstärke 4-5. 100% Schurwolle und, obwohl es ein Discountergarn ist, absolut traumweich und sehr gut zu verarbeiten!

Ich hatte mir vorgenommen, aus diesem Garn das erste Kleidungsstück für mich selbst zu stricken.
Da ich im Büro genau unter der Lüftung sitze, bot es sich an, dass ich mir einen Pullunder stricke. Damit dieser nicht "altbacken" wirkt, bekommt er neben einem schlichten V-Ausschnitt (kraus rechts) und krausen Armausschnitten, eine Kapuze mit kraus gestricktem Rand, das sieht bestimmt fesch aus ;)
Alles in allem habe ich 8 Knäuel der Wolle, also 400g verbraucht.
Da der Pullunder selbst einfach glatt rechts gestrickt ist und sonst nicht viel Kompliziertes in der Anleitung zu finden ist, habe ich ihn im Zug gestrickt, auf dem Weg zur Arbeit und wieder nach Hause.

Nachdem das Rückenteil fertig war, rollte sich leider der untere Rand hoch, obwohl die ersten 4 Reihen kraus rechts sind. Also habe ich fürs Vorderteil einen I-Cord-Anschlag versucht. Dieser geht ganz einfach, braucht aber deutlich mehr Zeit, als der normale Kreuzanschlag. Der Übergang zum kraus rechten Teil rollt sich nicht. Aber leider habe ich wieder eine leichte "Rollung" beim Übergang zum glatt rechten Teil. Nächstes mal also den I-cord-Anschlag und dann direkt zum glatten Teil wechseln. Er gefällt mir sehr gut, nur wie ich ihn einsetze, das muss ich noch üben.

Das Vorderteil ist nun zur Hälfte gestrickt und das ewige glatt rechts nervt ein bisschen. Ich habe das Strickstüpck deshalb zwischendurch öfter mal einige Tage weggelegt, damit ich zwischendurch wieder was Spannenderes stricken konnte.
Nur soviel sei gesagt: der Pullunder und die Wolle gefallen mir recht gut!
Nun muss das ganze noch gespannt werden, dann rollt sich vielleicht auch der untere Rand nicht so dolle.
Zudem ist mir aufgefallen, dass der Ausschnitt ein wenig tief ist. Hier muss ich mit einigen wenigen Stichen die untere Spitze des Ausschnitts noch etwas zusammennähen.

Fotos werde ich bei Gelegenheit nachreichen.

Stardy

Dienstag, 4. April 2017

Nähen? Leseknochen!

Manchmal reicht stricken nicht. Oder Wolle spinnen....
Ich bin ja ohnehin ein Mensch, der gerne was neues ausprobiert. Wenn man mich fragt, was meine Hobbies sind, wird es wirklich schwierig. Ich habe so viele Interessen! 

Jedenfalls habe ich vor einigen Wochen eine für mich nicht ganz so neue Handarbeitstechnik wieder aufgenommen. Ich konnte es nie wirklich und meine bisherige Erfahrung damit war eher ein kurzes Intermezzo. 
Ich spreche vom Nähen!
Als Jugendliche habe ich mal 24 Säckchen aus Filz mit der Nähmaschine meiner Mutter gearbeitet für einen Adventskalender, aber wirklich beherrscht habe ich es nie und ich bin da mehr nach Gefühl rangegangen, als nach Anleitung.
Nun hat es mich also wieder gepackt.
Ich habe zwei Nähmaschinen, beide aus den 70ern, beide schwer (da aus Spritzguss / Metall) und beide recht laut. Die eine von meiner Mama übernommen, die andere mal geschenkt bekommen.
Und so hat es mich bereits um Weihnachten vergangenes Jahr in den Fingern gejuckt, Stoff zu einem sinnvollen Gebilde zusammenzubasteln. Ich bekam nämlich eine wunderschöne Bobbeltasche für meine Stricksachen von einer Freundin als Wichtelgeschenk.
Und so schlich ich bereits einige Monate durch die Stoffabteilungen der Warenhäuser und durch die beiden Handarbeitsgeschäfte hier im Nachbarort.

Ein Projekt war schnell gefunden, der Stoff noch viel schneller.
Ich wollte zu Beginn etwas einfaches versuchen, und so wurde es ein sogenannter Leseknochen. Die Anleitung gab es gratis im Internet und so legte ich los.

Das erste Mal einen Zuschnitt machen, das erste Mal halbwegs passgenau zusammennähen, füllen und dann die Füllnaht schließen!

Also machte ich mich ans Werk und war (nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Fadenspannung) auch ganz zufrieden mit meinem Ergebnis. 
Nur die Füllung war zu wenig fest gestopft und man sah, wo ich ihn geschlossen hatte.
Also wurde sogleich ein zweiter genaht, der war fester und die Naht etwas filigraner, aber ich war noch nicht zufrieden.

Zwischenzeitlich folgte ein Besuch in der örtlichen Buchhandlung. Da es sich bei Büchern genauso verhält wie bei Wolle und Stoffen, konnte ich nicht ohne ein wunderbares Nähbuch aus dem Laden gehen. Und dort fand ich die Lösung für mein Nahtproblem: die Leiternaht!!!




Also gleich Nummer drei genäht und endlich mit der Naht zufrieden.
Weils so schön war, habe ich gestern Abend noch Nummer vier gefertigt, passend zu einem Paar Socken (Muster "Froschkönig" bei Ravelry). Socken und Leseknochen Nummer viel sind ein Geburtstagsgeschenk für meine Schwiegermama-in-Spe.


Aber was ist eigentlich ein "Leseknochen"?
Ich würde ihn als Nackenhörnchen mit Bewegungsfreiheit beschreiben. Eine tolle Nackenstütze, wenn man auf dem Rücken liegend lesen möchte.
Oder ein Buchständer.
Oder als Art Venenkissen, das sich Seitenschläfer zwischen die Knie klemmen können.
Oder zur Unterstützung der Lendenwirbel beim Couch-Lümmeln.
Oder, oder oder....

Einfach mal ausprobieren!
Er ist wirklich einfach zu nähen und hat vielfältige Einsatzmöglichkeiten!

Viele Grüße und viel Spaß beim Nähen
Stardy