Freitag, 10. Februar 2017

Tag der Kinderhospizarbeit 10.02.

Hallo zusammen,


ich habe schon länger nicht mehr über meine Strickprojekte geschrieben, da ich vor lauter Stricken nichtmehr zum Bloggen gekommen bin.
Seit dem letzten Socken-Eintrag (Himmel, ist das schon wieder lange her!!) hat sich bei mir einiges getan.


Ich stricke auf der täglichen Zugfahrt fast ausschließlich Socken, denn diese sind schnell fertig und sie sind klein genug, dass sie in der Handtasche genügend Platz haben. Ein Pullover ließe sich nicht so bequem transportieren. Man stelle sich das einmal vor! Junge Frau, morgens um 5 mit drei Zentnern Wolle beladen im Zug.... Also stricke ich Socken.
Ich stöbere ja immer im Internet nach neuen Mustern, die ich ausprobieren möchte, habe aber ein kleines Problem.
Nur für mich selbst zu stricken, spornt mich nicht an.
Es macht mir Freude, anderen eine Freude zu machen. Aber wen mit Socken beschenken?
Meine Mum, die es eigentlich hasst, Socken zu tragen (selbst im Winter immer ohne Socken in den Schuhen), hat nun 6 Paar für die Couch. Das sollte erstmal genügen.
Mein Freund mag überhaupt keine Stricksocken, auch wenn ich ihn grade dazu überreden konnte, doch mal ein Paar zu testen.


Und so bin ich irgendwie bereits Ende April auf den wunderbaren Verein "Stricksocken für Rheinberg e.V." aufmerksam geworden, über den ich heute berichten möchte.
Stricksocken für Rheinberg wurde von Sabine Baier gegründet, die ursprünglich Obdachlose mit warmen Füßen und ein Bisschen Liebe in Form von handgestrickten Socken versorgen wollte. Im April 2016 gründete sie eine Gruppe auf facebook, um eine Handvoll anderer Stricker/innen mit ins Boot zu holen und das Ganze ein Bisschen besser koordinieren zu können.
Womit sie nicht gerechnet hatte, war der durchschlagende Erfolg des Projekts.

Seit Ende 2016 ist die offizielle Vereinsgründung durch.
Seit gestern sind wir 100 Mitglieder. Nicht dazugerechnet diejenigen, die uns offline unterstützen.
Und ebenfalls gestern wurde das 1000. Sockenpaar eingeschickt. Eintausend!!!

Sie, ich, wir sind überwältigt von so viel Hilfsbereitschaft und so viel Zusammenhalt. 
Ich habe bisher in kaum einer Gruppe in sozialen Netzwerken einen so tollen Zusammenhalt und ein so freund(schaft)liches Klima erleben dürfen, wie hier.

Da jedoch so viele Socken nicht an Obdachlose im Bergischen Kreis verteilt werden können und manch einer auch gerne kleinere Größen (z.B. aus Resten) strickt, unterstützen wir inzwischen auch andere Vereine, die warme Füße brauchen. Und das führt mich zum eigentlichen Thema dieses Blogeintrags.
Neben mindestens zwei Vereinen, die Obdachlose unterstützen, kommen unsere Socken auch Kindern zugute.
Da wäre zum einen das Kinder- und Jugenddorf "Klinge", in dem Kinder und Jugendliche aus sozial schwierigen Situationen Unterschlupf finden.
Zum anderen unterstützen wir auch verschiedene Kinderhospize mit unseren handgemachten Portionen aus Wolle, Wärme und Liebe.

(die hellgrüne Schleife als Zeichen der Kinderhospizarbeit
 Foto: Sabine Baier)


Kinderhospize.... Heute ist Tag der Kinderhospizarbeit, was mich zu diesem Beitrag inspiriert hat.
Kinderhospize.... Da denkt man (und auch ich bis vor einiger Zeit) an viel Leid, Trauer, Schmerz. An kahle Krankenhausflure, gedämpftes Licht, Flüstern, Taschentücher, betretenes Schweigen. An grau. An schummrig, unscharf, blass.
Doch durch "Stricksocken für Rheinberg" habe ich mich ein bisschen mit dem Thema 'Kinderhospiz' beschäftigt und wurde eines Besseren belehrt.
Natürlich geht es um die Unterstützung todkranker Kinder oder von Kindern mit lebensverkürzenden Krankheiten, sowie die Unterstützung ihrer Eltern, Geschwister und Angehöriger. Aber Kinderhospize sind keineswegs grau, trist, und nur traurig.

Kinderhospize haben es sich zur Aufgabe gemacht, "dem Leben nicht mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben". Und das wird auch deutlich, wenn man sich die Arbeit vor Ort oder auf den Webseiten der Kinderhospize anschaut. 
Ein sterbendes Kind, ich glaube, das ist mit eines er schlimmsten Dinge die es gibt. 
Wir gehen doch immer alle davon aus, dass wir alt und grau werden und dann friedlich einschlummern. Die Grundannahme der meißten Menschen ist, dass sie vor ihren Kindern sterben werden. Und kein Vater, keine Mutter sollte das eigene Kind überleben. Weil diese Vorstellunge inen so unsäglichen Schmerz verursacht, wird das Thema gerne aus dem gesellschaftlichen / gesellschaftsfähigen Gedankengut verdrängt, in der Hoffnung, dass es schon nicht passieren wird, wenn man nur fest genug nicht daran denkt.
Deshalb ist Kinderhospizarbeit so wichtig, denn betroffene Eltern sind (vermutlich) ersteinmal geschockt, wie versteinert, verzweielt. Wie geht man selbst damit um? Wie geht man dem Kind gegenüber damit um, dass es nunmal doch nicht Feuerwehrmann, Astronaut oder Tierärztin werden wird? Dass es diese Zukunft einfach nicht gibt?
Kinderhospizarbeit setzt genau hier an.
Eltern werden aus dieser Schockstarre herausgelöst, man versucht, sie zu unterstützen, damit sie die Zeit, die ihnen mit ihrem Kind bleibt, so gut und intensiv wie möglich genießen können. Damit sie eine Möglichkeit finden, mit ihren Kindern weiterhin "normal" umzugehen.

Wer sich Bilder oder Berichte über Kinderhospize anschaut, sieht, dass es sich hierbei - neben all dem Schmerz - vor allem auch um Orte des Lebens handelt. Nicht der Tod regiert den Alltag im Kinderhospiz, sondern das Leben, das noch bleibt. 
Bunte Wände, Sommerfeste, Lachen, Kinderschminken, basteln, spielen,.... 
Selbst Orte der Erinnerung sind bunt und liebevoll gestaltet, um sich an das Leben zu erinnern.

Um den Familien ein Zeichen der Unterstützung und des zwischenmenschlichen Zusammenhalts zu senden, stricken wir bunte Socken für eben jene (sterbens-)kranken Kinder und deren Geschwister.
Jedes Paar Socken zaubert ein Lächeln auf das Gesicht des jeweiligen Kindes und die Eltern bekommen ein Zeichen, dass sie nicht allein sind. Dass da noch jemand (unbekanntes) ist, der ihrem Kind, ganz ungefragt, etwas Gutes tut. 
Wir unterstützen die Arche Noah in Gelsenkirchen, das Kinderhospiz Regenbogenland in Düsseldorf, und das Kinderhospiz Sterntaler in Mannheim. Meist fährt Sabine in regelmäßigen Abständen dorthin und übergibt die eingegangenen Spendensocken. Die Freude vor Ort ist jedes Mal riesengroß!

Schaut euch gerne die Seiten der Kinderhospize an und seht, welch wundervolle Arbeit dort geleistet wird :)

Viele Grüße,
Stardy

PS: 
Wer uns unterstützen möchte, findet hierzu verschiedene Möglichkeiten direkt auf der Homepage von Stricksocken für Rheinberg e.V. oder auf Facebook.
Unterstützen könnt ihr uns mit Sockenspenden (nur handgestrickt / gehäkelt bitte), Spenden von Sockenwolle, Geldspenden, Einkauf über Amazon Smile (Link auf der Homepage) oder einfach dadurch, dass ihr mit euren Freunden über den Verein und seine Arbeit redet.
Vielen Dank!

Mittwoch, 8. Februar 2017

Zewa wisch dich weg

Hallo zusammen,

es wird mal wieder Zeit für einen Produkttest.
Heute möchte ich euch die drei Sorten von Zewa Wisch & Weg vorstellen, die als vielseitiges, wringfestes Küchenpapier beworben werden.

"Drei Sorten?" Werdet ihr denken. Ja, genau. Drei Sorten. Da gibts tatsächlich Unterschiede, denn Küchenrolle ist nicht gleich Küchenrolle....


Neben dem "Original" sind noch die Sorten "Reinweiß" und "Sparblatt" erhältlich, die ich euch hier vorstellen möchte.




(links "Original", mittig "Sparblatt", rechts "Reinweiß")

Alle drei Sorten gibt es in 4er-Packs. Während das "Original" und "Reinweiß" je 45 Blatt, á 23cm Breite pro Rolle haben, besteht jede Rolle "Sparblatt" aus 74 Blatt mit rund 14cm Breite. Das empfinde ich als sehr angenehm, denn wie oft braucht man nur eben ein halbes Blatt?!


(links "Original", rechts "Sparblatt")
"Reinweiß" unterscheidet sich vom "Original" dadurch, dass es keinen Aufdruck hat, also komplett weiß ist. Hierdurch kann es durchaus mal als Serviettenersatz herhalten, ohne gleich billig zu wirken. Oder man kann es zum Basteln benutzen (mir fallen hier spontan Wintermotive ein oder Blüten an Draht- oder Holzstängeln, deren Spitzen man mit Acrylfarbe anmalen könnte).

Nun zum Test der drei Sorten.
Beim Betrachten und Anfassen der Verpackung fällt auf, dass diese recht locker um die 4 Rollen herum ist. Ob das den Transport nach Hause überlebt, ohne aufzugehen? Die Umverpackung wirkt hierdurch für ein Markenprodukt etwas "billig". Aber es kommt ja auf die inneren Werte an!
Ein Pluspunkt der Umverpackung: Sie hat in der oberen linken Ecke eine Perforation, wodurch sie sich leicht öffnen lässt. Man kann einfach eine einzelne Rolle entnehmen, ohne dass die anderen durch die Gegend kullern.

Die Rollen selbst fassen sich in ihrer Gesamtstruktur als Ganzes sehr locker gerollt an. Ist hier wirklich so viel drauf, wie auf Discounter-Produkten, die fester gewickelt sind? (Ich bin diesem Verdacht nicht weiter nachgegangen, wäre doch ziemliche Umweltverschmutzung, zwei ganze Rollen abzuwickeln).
Haptisch ist die Zewa Wisch und Weg (egal welche der drei Sorten) steif und fest.
Zum Aufwischen eines kleinen Malleheurs oder zum Abtupfen von Fleisch oder Gebratenem durchaus geeignet. Jedoch wirkt es etwas zu rauh, um damit ein Kindergesicht abzuwischen, oder es als Taschentuch-Ersatz zu verwenden.

Durch diese "Kratzbürstgkeit" gewinnt Zewa jedoch an Stärke im Trockenzustand. Hier ist schon einige Kraft nötig, um ein Blatt zum Reißen zu bringen.
Im nassen Zustand versagt es jedoch unter Belastung total. Die Wringfestigkeit, mit der geworben wird, besitzt das Tuch zwar, aber wer wringt ein Küchentuch schon aus? Ich jedenfalls nicht! Denn es ist doch recht mühsam, es danach wieder außeinander zu pfriemeln. Küchenrolle wird bei mir niemals ausgewrungen. Dafür gibts Spüllappen. Zewa muss einfach: wisch und weg. Mehr nicht.
Bei Zug in feuchtem Zustand reißt Zewa schneller, als mir lieb ist und auch beim "Obsttest" (der oft in der Werbung gezeigt wird), bei dem ich 500g Trauben auf ein Zewa-Tuch gelegt hatte, um sie abzubrausen, riss das Tuch und das Obst landete im Spülbecken :(

Aber ich testete weiter.
Küchenpapier muss bei mir auch zum Fensterputzen und Abwischen von Glas- und Spiegelfächen herhalten.
Was soll ich sagen?
Scheuerfestigkeit ist gegeben. Aber nach dem Putzen sind Spiegel und Fenster mit winzing kleinen Flusen bedeckt, ich musste anschließend die Glasflächen abstauben.

Mein Fazit:
Viel Marke, viel Werbeversprechen.
Leider hält es nur das, was es nicht können muss (Auswringtest).
Für meine Bedarfe genügt ein Discounter-Küchenpapier, bei dem ich bessere Leistung bei angenehmerer Haptik und kleinerem Preis kenne. Sorry Zewa!
Drei Pluspunkte gibt es jedoch:
- rein weiße Variante ohne Aufdruck
- Sparblatt
- perforierte Soll-Öffnung der Verpackung.

Alles in allem werde ich persönlich bei meiner bisherigen Küchenrolle bleiben, aber tut euch keinen Zwang an und testet Zewa Wisch und Weg selbst!

Bis dahin,
Stardy

Sonntag, 23. Oktober 2016

Blaue Schuppen und Tigerfüße

Hallo zusammen!
Die beiden Sockenpaare, die ich euch heute vorstelle, habe ich auch schon eine Weile fertig. Es sind zwei ganz unterschiedliche Paare mit ganz unterschiedlichem Ausgangsmaterial und gegensätzlicher verarbeitung.
Einmal günstige Wolle, einfarbig, im Muster verstrickt. 
Das andere Mal Markenwolle, mehrfarbig, als schlichte Stinos gestrickt.

Das erste Paar, die "Blauen Schuppen" in Anlehnung an das Muster Secret Shells, das in einer Facebookgruppe als Monatsmuster gestrickt wurde.
Ich habe, wie immer, Größe 39 / 40 gestrickt. Die Wolle ist von Tedi. Normal stehe ich nicht auf "Billigwolle", aber diese Farbe hat es mir einfach angetan. Und sie fühlt sich super-weich an, obwohl sie einen recht hohen Schurwollanteil hat. Die Wolle hat sich auch sehr angenehm verstricken lassen, wenngleich an einigen wenigen Stellen das Garn unterschiedlich dick war. Knoten waren keine in den beiden Knäuel. Die Socken wurden inzwischen schon 2 oder 3 Mal gewaschen, sie waren ja bereits im September fertig. Ich kann keine Beeinträchtigung des Strickwerks durch das Waschen feststellen. Ich bin also wirklich zufrieden, obwohl es "Billigwolle" war.



Das zweite Paar Socken, das ich im September gestrickt habe, sind "Tigerfüße" geworden.
Verwendet habe ich Opal Sockenwolle aus der Regenwaldkollektion, in der Farbe "Wonneproppen". Sie hat einen kurzen Farbverlauf, nein, eher Sprenkel, die verstrickt wie die Fellzeichnung eines Raubtieres wirken. Um diesen Effekt nicht zu zerstören, habe ich die Socken (wieder Größe 39 / 40) schlicht glatt-rechts gestrickt, sogenannte "Stinos" und lediglich eine Masche pro Runde links gestrickt, als "Dehnungsfuge", weil ich mir nicht sicher war, ob glatt-rechts gestrickte Socken nicht zu schmal für den mittelkräftigen Spann von Mamas Füßen sind. Es hat dann aber alles wunderbar gepasst.
(Das Nadelspieltäschchen auf dem rechten Foto hat eine Strickfreundin für mich genäht, damit ich nicht immer meine Nadeln verliere. Ich stricke ja vor allem auf der täglichen Zugfahrt zu Arbeit und wieder nach Hause)





Ich hoffe, sie gefallen euch und würde mich freuen, wenn ihr bald wieder reinschaut!

Viele Grüße,
Stardy





Blaue Schuppen und Tigerfüße

Hallo zusammen!
Die beiden Sockenpaare, die ich euch heute vorstelle, habe ich auch schon eine Weile fertig. Es sind zwei ganz unterschiedliche Paare mit ganz unterschiedlichem Ausgangsmaterial und gegensätzlicher verarbeitung.
Einmal günstige Wolle, einfarbig, im Muster verstrickt. 
Das andere Mal Markenwolle, mehrfarbig, als schlichte Stinos gestrickt.

Das erste Paar, die "Blauen Schuppen" in Anlehnung an das Muster Secret Shells, das in einer Facebookgruppe als Monatsmuster gestrickt wurde.
Ich habe, wie immer, Größe 39 / 40 gestrickt. Die Wolle ist von Tedi. Normal stehe ich nicht auf "Billigwolle", aber diese Farbe hat es mir einfach angetan. Und sie fühlt sich super-weich an, obwohl sie einen recht hohen Schurwollanteil hat. Die Wolle hat sich auch sehr angenehm verstricken lassen, wenngleich an einigen wenigen Stellen das Garn unterschiedlich dick war. Knoten waren keine in den beiden Knäuel. Die Socken wurden inzwischen schon 2 oder 3 Mal gewaschen, sie waren ja bereits im September fertig. Ich kann keine Beeinträchtigung des Strickwerks durch das Waschen feststellen. Ich bin also wirklich zurieden, obwohl es "Billigwolle" war.



Das zweite Paar Socken, das ich im September gestrickt habe, sind "Tigerfüße" geworden.
Verwendet habe ich Opal Sockenwolle aus der Regenwaldkollektion, in der Farbe "Wonneproppen". Sie hat einen kurzen Farbverlauf, nein, eher Sprenkel, die verstrickt wie die Fellzeichnung eines Raubtieres wirken. Um diesen Effekt nicht zu zerstören, habe ich die Socken (wieder Größe 39 / 40) schlicht glatt-rechts gestrickt, sogenannte "Stinos" und lediglich eine Masche pro Runde links gestrickt, als "Dehnungsfuge", weil ich mir nicht sicher war, ob glatt-rechts gestrickte Socken nicht zu schmal für den mittelkräftigen Spann von Mamas Füßen sind. Es hat dann aber alles wunderbar gepasst.
(Das Nadelspieltäschchen auf dem rechten Foto hat eine Strickfreundin für mich genäht, damit ich nicht immer meine Nadeln verliere. Ich stricke ja vor allem auf der täglichen Zugfahrt zu Arbeit und wieder nach Hause)





Ich hoffe, sie gefallen euch und würde mich freuen, wenn ihr bald wieder reinschaut!

Viele Grüße,
Stardy





Mittwoch, 19. Oktober 2016

Blaue Flip-Flop und Sneaker

Hallo zusammen,


es ist schon wieder viel zu lange her, dass ich hier etwas geschrieben habe.
Das soll jedoch nicht heißen, dass ich untätig war. Ganz im Gegenteil.
Abgesehen von 3 Wochen Urlaub habe ich mal eben nebenbei meinen Abschluss an der Uni gemacht und mich auf den neuen Job eingearbeitet.
Und wie das bei mir immer so ist, wenn ich eigentlich lernen sollte: ich habe jede Menge gestrickt.
Diese Projekte möchte ich euch in den nächsten Tagen vorstellen.

Beginnen wir also mit dem Urlaubsprojekt.
Eine Freundin, ihres Zeichens selbst stricksüchtig, hatte mich gebeten, ihr ein Paar Socken zu machen.
Sie selbst strickt die tollsten Kreationen, die ich jedes mal bestaune und bewundere. Aber Socken sind ihr etwas suspekt und da ich auf dem Gebiet grade sehr interessiert bin, habe ich mich bereiterklärt.
Gewünscht waren ein Paar Kimono-Flip-Flop-Sneaker.... hä? Nochmal langsam!
Sneaker ist klar.... kurze Socken.
Flip-Flop.... geteilte Spitze, sodass sie die Socken nach dem Tauchen in ihre Flip-Flops anziehen kann, ist auch klar. Hier kam es zum ersten Problem: wie um alles in der Welt stricke ich eine geteilte Spitze???
Und Kimono?
Das sollte sich nach einem Foto, das sie mir geschickt hat, auch gleich klären.
Aber seht selbst; unten sie Kimono-Sneaker:



Den oberen Rand der Socke habe ich in Reihen gestrickt, kraus rechts, die dann überlappend zusammengestrickt und auf ein Nadelspiel verteilt wurden. Gar nicht so schwer :)
Ferse wie immer klassische Käppchenferse, Fuß wie immer.
Für den großen Zehen habe ich einige Maschen stillgelegt, einige Maschen am Zehensteg aufgestrickt, und erst die Spitze der restlichen Zehen gestrickt. Dann die Spitze für den großen Zehen gemacht. Es gibt hierfür einige Anleitungen im Internet und eigentlich ist es auch garnicht schwer. Eigentlich..... Wenn man sich nicht so dumm anstellt und die Abnahmen für die Spitze an der falschen Stele macht, sodass sich der Zehe verdreht ooops!
Also habe ich insgesamt 3 Socken gestrickt, bis ich 2 hatte, die akzeptabel waren.

Weil ich noch so viel Wolle übrig hatte, habe ich ihr aus dem Rest noch schnell ein paar Ringel-Sneaker  genadelt. Meine allerersten zweifarbigen Socken :)
Das Lochmuster habe ich mir bei beiden Paaren selbst ausgedacht.
Sie sind bereits Mitte September fertig gewesen....



Sonntag, 21. August 2016

Jetzt spinnt sie!

Hallo zusammen!

Der Titel verrät schon einiges.
Ich bin grade total auf dem Wolltripp, Wolloholiker sozusagen.
Jeden Tag entdecke ich mindestens 3 Projekte, die ich unbedingt machen will und stelle immer wieder fest, dass ich leider nicht einmal halbsoschnell stricken kann, wie ich gerne würde. Außerdem kann ich nicht mal ein Zehntel so schnell stricken, wie ich stricken müsste, um alle Ideen abzuarbeiten in einem Menscheneben.
Geht's euch vielleicht manchmal auch so?

Zudem habe ich mich nun schon einige Zeit damit beschäftigt, wie Wolle eigentlich hergestellt wird. Also wie die Wolle vom Schaf auf's Knäuel kommt. Von der Rohwolle zum Handstrickgarn.
Und weil ich so ein Wolloholiker bin, dachte ich mir: das wird gleich ausprobiert!

Also einige Zeit über Spinnräder gelesen und entschieden, dass mein Traumrad (ein Kromski) für den studentischen Anfängergeldbeutel absolut untauglich ist. Auch gebrauchte Modelle sind für mich derzeit unerschwinglich, habe ich doch ein kleines Vermögen in Handstrickgarne investiert!
Folglich habe ich einige Tage auf den einschlägigen Internetseiten, auf denen man gebrauchte Gegenstände erwerben kann, gestöbert. Immer mal wieder reingeschaut, sogar auf niederländischen Seiten. Dort gab es vor einigen Jahren einen Handarbeitshype, und alle, die sich entschieden haben, dass sie sich nicht dauerhaft mit der Herstellung von Strickgarnen beschäftigen möchten, verkaufen nun ihre Spinnräder und Zubehör. Es lohnt sich also durchaus, auch im grenznahen Ausland nach Spinnrädern und Zubehör zu stöbern.
Schließlich wurde ich doch auf einer deutschen Seite fündig. Eine Dame verkaufte ihr Kircher-Spinnrad wegen Umzug. Und das zu einem wirklich anständigen, anfängertauglichen Preis.
Ich habe sie sofort angeschrieben und das gute Stück war keine 4 Tage später bei mir zu Hause. :)
Welch eine Freude! Mein erstes eigenes Spinnrad!




Ausgepackt wurde es bei traumhaftem Sonnenschein, nach dem Samstagsfrühstück auf der Terrasse.
Natürlich hatte ich auch Spinnfasern, also bereits gewaschene und kardierte Wolle bestellt.
Weil ich testen möchte, welche Wolle sich wie anfasst und verarbeiten lässt, habe ich 7 (sieben!!) verschiedene Sorten genommen, á 100g.

Voll ausgestattet bin ich frohen Mutes ans Spinnrad und habe ausprobiert. Aber irgendwie funktionierte es nicht. Weder Spule, noch Flügel wollten sich drehen. :(
Nach einigem Begutachten kam ich zu dem Schluss, dass der Treibriemen wohl überaltert sein müsse. Das Rad ist ca so alt wie ich und falls es noch der Original-Riemen war, ist das ja auch kein Wunder, dass es nicht läuft.
Schweren Herzens musste ich also die Spinn-Aktion verschieben und erst mal einen Riemen bestellen. Meine Anfrage bei der Firma Kircher  wurde promt (am Samstag Abend, nach 22:00 Uhr) beantwortet. Die Riemen des neuen Modells passen auch auf das Vorgängermodell!


Als endlich, 3 Tage später, der ersehnte neue Riemen eintraf, konnte ich gleich sehen, warum es mit dem alten nicht funktioniert hatte. Der neue Riemen ist elastisch und sitzt mit guter Spannung auf Schwungrad und Wirtel. Der alte war bretthart, hatte überhaupt keine Elastizität mehr und saß so locker, dass er immer vom Wirtel herunter sprang; es fehlte also auch die nötige Spannung um die Drehung des Rades auf den Wirtel und somit auf Spule und Flügel zu übertragen.

Obwohl ich an diesem Tag bereits um 4:00 aufgestanden war, um pünktlich zur Arbeit zu kommen, am Nachmittag dann noch eine Schulung hatte und erst gegen 22:00 Uhr endlich zu Hause war, startete ich meine ersten Versuche. Ich war hundemüde, aber ich konnte es einfach nicht erwarten, endlich meine erste Wolle zu spinnen!

Das mit der Wollaufnahme war eine kleine Fummelei, aber nachdem das Rad halbwegs einzog, ging es doch fürs erste Mal nicht schlecht. Die Auge-Hand-Fuß-Koordination braucht noch ein bisschen Übung, aber ich habe schon schön dünnes Garn hinbekommen.
Leider musste ich jedoch feststelen, dass die Flügelbremse des Rades irgendwie nicht anständig funktioniert. Ich kann sie feststellen, sodass sich der Einzug erhöht, mir die Spule also das Garn schneller abnimmt und nicht zu viel Drall, sprich Drehung, in den Faden kommt und er sich zu Knötchen aufwickelt.
Sobald ich jedoch den Stellhebel der Flügelbremse loslasse, geht der Einzug wieder auf Null, das Rad zieht keinen Zentimeter mehr ein und es gibt im gedrehten Garn dicke Knubbel.
Nach 20 Minuten habe ich dann völlig übermüdet abgebrochen und habe ich über das Problem mit der Flügelbremse nachgedacht. Ein paar Dutzend Zentimeter "schwangere Regenwürmer" hat es jedoch gegeben....



Inzwischen, mein erster Spinnversuch ist schon 10 Tage her, habe ich eine Lösung für die Flügelbremse gefunden. Ich muss den Faden der Flügelbremse mit der Drehrichtung des Wirtels über den Flügel legen. So "zieht" die Drehung den Faden immer fest, satt ihn, wenn er entgegen der Drehrichtung liegt, zu lockern.
Also gleich nochmal versucht und innerhalb von 2 Stunden ca 100g Eiderwolle versponnen. 
Ich bin mit dem Ergebnis -fürs erste richtige Mal- schon recht zufrieden, auch wenn noch deutlich Luft nach oben ist. Drall und Dicke des Garns sind eher unregelmäßig geworden, aber es hat ohne größere Probleme geklappt.





Nach meinem Urlaub werde ich mir noch zwei weitere Spulen bei Kircher bestellen (die neuen passen auch aufs alte Rad) und dann das erste selbstgesponnene Garn mit einem farbig abgesetzten Faden verzwirnen. Bin schon gespannt, wie das wird und wie sich meine Spinn"künste" im Laufe der Zeit entwickeln.


Zum Thema "Rohwolle bearbeiten" werde ich demnächst auch über meine Erfahrungen berichten. Ich bin in manchen Dingen von der Fraktion "ganz oder gar nicht" und habe mir natürlich gleich 2 frisch geschorene Rohwoll-Vliese von alten  Schafrassen besorgt, die so kaum noch als Nutztiere gehalten werden, sondern nur bei vereinzelten Liebhabern zu finden sind, oder bei Schutzprojekten, die sich für den Erhalt von alten Nutztierrassen einsetzen. Wie es mir dabei ergangen ist, könnt ihr demnächst hier lesen.
Bis dahin wird erst mal weiter gestrickt.

Liebe Grüße
Stardy

Sonntag, 31. Juli 2016

Das ungleiche Paar (Pfefferminz)

Hallo zusammen!
Das Stricken kam die letzten Wochen leider etwas zu kurz.
Drei Wochen Prüfungen an der Uni und dazu eine Sehnenscheidenentzündung haben mich etwas ausgebremst in meinem Schaffensdrang. Aber jetzt ist endlich wieder etwas fertig!

Ich habe mich an mein erstes Muster gewagt, das ein bisschen an Ajour erinnert. Hier werden nicht nur rechte und linke Maschen kombiniert, sondern durch Umschläge und Zusammenstricken ergibt sich ein hübsches Blattmuster. Dazu hat die Mustervorlage auch Mini-Zöpfchen, die ich natürlich auch gleich probiert habe. Mini-Zöpfchen werden nur aus zwei Maschen gestrickt und sind wirklich sehr einfach und ohne Zopfnadel zu machen. Die Mustervorlage ist von Micha Klein und kostenfrei auf Ravelry zu finden.





Für dieses Paar Socken im Pfefferminzmuster habe ich mir etwas besoneres gegönnt:
Einen Zauberball von Schoppel in der Farbe Monochrom. Der Zauberball ist zu 75% aus patagonischer Schurwolle, die sehr weich ist, und zu 25% aus Polyamid. Zudem ist er mit Superwash ausgestattet, wodurch er filzfrei ist und die Socken auch mit der Waschmaschine gewaschen werden können.
Die Wolle fühlt sich schon beim Stricken schmeichelzart auf der Haut an und man merkt, dass so ein Zauberball etwas Besonderes ist.
Leider ist der Farbverlauf der Wolle sehr lang und es ist ein ungleiches Paar geworden.
Mir selbst macht das nichts aus, aber die Socken wurden verschenkt und die Beschenkte hat gefragt, ob ich nicht nochmal 2 stricken kann, damit sie immer zwei gleiche hat (also 2 eher grün und 2 eher grau).
Mal sehen, ob / wann ich das mache. Vier gleiche Socken direkt nacheinander finde ich etwas anstrengend....





Fazit zum Paar (5/2016):
- Super tolle Wolle, aber beim nächsten Mal einen kürzeren  Farbverlauf wählen.
- Ich kann auch Muster stricken, die am Anfang kompliziert scheinen.
- Mini-Zöpfe sind gar nicht so schwer.
- Ich habe gelernt:  Mini-Zöpfe, verschränkte Maschen (rechts), rechts verschränkt zusammenstricken
- Und: Spitze läuft inzwischen auswendig, für die Ferse muss ich öfter noch nachschauen.


Sneak Peak:

Ich arbeite gerade 2 neue Projekte parallel. 
Das eine wird ein Paar ganz besondere Socken für eine Freundin.
In dem anderen Projekt verarbeite ich einen Teil der Wolle aus dem Gewinn aus Rinis Gewinnspiel. Ihr dürft also gespannt bleiben, was es hier demnächst zu berichten gibt!